
Die Schuhmacher GmbH in Ehingen, Süddeutschland, steht ihrem größten Kunden Liebherr in jeder Hinsicht sehr nahe. Nicht nur, dass ihre neue Fertigungshalle unmittelbar an das Betriebsgelände von Liebherr grenzt, sie ist auch direkt mit Liebherrs ERP-System verbunden.
Schuhmacher produziert alle Arten von Blechen und Rohrteile für die Teleskopmobilkräne von Liebherr – insgesamt ungefähr 30.000 unterschiedliche Teile aus Baustahl, Aluminium und Edelstahl. Diese umfassen Teile aus 1,5 mm Blechen für Verkleidungen, Abdeckungen und Schaltschränken bis hin zu wesentlich schwereren Komponenten für die Verwendung als Abstützausleger, Arbeitsplattformen und Fahrgestellrahmen.
Der Geschäftsführer Gerhard Schuhmacher meint dazu: “Liebherr betrachtet unsere Maschinen als einen Teil ihrer Produktionskapazität.”
Genau genommen, können sie durch die Anschaffung des 12530 Impuls-Lasers mit 6kW von LVD mit einer Schneidkapazität von 12,5 x 3,2 m – er gilt als größtes Lasersystem mit fliegender Optik auf dem Markt – größere Teile in Laserqualität als Liebherr herstellen.
Herrn Schuhmacher zufolge, geht der Trend zu immer größeren Bauteilen: : „Der Abschwung in der Bauwirtschaft hat zu einem Rückgang der Aufträge bei den kleineren Mobilkränen geführt, das Wachstum im Windenergiesektor hat jedoch die Nachfrage bei den für die Aufstellung und Wartung der Windkraftturbinen erforderlichen großen Kränen angekurbelt“.
Als Herr Schuhmacher den Markt nach Herstellern von Großbett-Lasersystemen absuchte, stellte er fest, dass LVD eine der wenigen, wenn nicht sogar die einzige Firma war, welche die erforderliche Erfahrung und Möglichkeiten bieten konnte, die er bei dieser Maschine brauchte.
Mit der Impuls von LVD kann die Schuhmacher GmbH Teile bis zu 12,5m x 3100mm aus Materialstärken von bis zu 25mm bei feinkörnigem, hochfestem Stahl, 16mm Aluminium und 20mm Edelstahl schneiden. Dies bedeutet, dass sie die gesamte Bandbreite an Teilen für Liebherr bearbeiten können – genauso wie für andere Kunden aus dem Bereich Maschinen- und Lastkraftwagenbau.
Die Maschine hat zwei Wechseltische, sodass auf einem Teile aufgelegt oder entnommen werden können, während auf dem anderen weiter geschnitten wird, was den unproduktiven Zeitraum minimiert.
Diese Einrichtung ermöglicht es der Schuhmacher GmbH auch, die Impuls über einen längeren Zeitraum unbemannt laufen zu lassen, einschließlich nachts.
“Wir können, wenn wir wollen, auf jeden der beiden Wechseltische 8 großformatige Platten unterschiedlicher Materialien und Stärken auflegen. Dann kann die Maschine laufen ohne beladen oder entladen werden zu müssen, bis alle 16 Platten bearbeitet worden sind. Dies bedeutet, dass sie während der Nachtschicht automatisch produzieren kann“, erläutert Herr Schuhmacher.
Der Geschäftsbetrieb der Schuhmacher GmbH gründete sich auf eine Spenglerei, insbesondere für das Bauwesen und neben ihrem Fertigungsbereich zählen auch heute noch Flachdachbau und Abdichtung sowie der Blech- und Fassadenbau zu den Geschäftsbereichen, ebenso wie Sonderanfertigungen. In der Tat war es auch das, was zur ersten Zusammenarbeit mit Liebherr geführt hat, als die Firma Schuhmacher Mitte der 70er Jahre eine Ausschreibung zur Wartung der Dächer und Gebäude gewinnen konnte.
Irgendwann auf diesem Weg, ungefähr 1982, fragte Liebherr, ob die Firma Schuhmacher auch Komponenten liefern könnte. Dies waren zu Anfang Blechkomponenten wie Werkzeugkisten, Abdeckungen, Schaltschränke usw. Zunächst nutzte Schuhmacher die Maschinen von Liebherr am Wochenende zum Schneiden und Biegen. Um die Teile dann im Verlauf der Woche zu schweißen, baute er jedoch bald eigene Kapazitäten zur Blech- und Plattenbearbeitung auf.
“Wir steigerten langsam die Leistungsfähigkeit unserer Maschinen und aus der Produktion von hauptsächlich Ersatz- und Wartungsteilen begannen wir die Fertigung von mehr und mehr Komponenten zur Herstellung“, sagt Herr Schuhmacher. „Und unser Geschäft wuchs von Jahr zu Jahr.“
“Wir wurden zu Liebherr´s ‘Feuerwehr’. Wenn sie etwas innerbetrieblich nicht machen konnten oder etwas sehr schnell brauchten, produzierten wir es. Unser Grundsatz war, niemals nein zu sagen. Wenn Liebherr etwas nicht machen konnte, wir taten es“.
“Unsere Maschinen sind praktischerweise mit den ihren verbunden. Sie betrachten unsere Leistungsfähigkeit hier als Teil ihrer Produktionskapazität. Wir arbeiten mit einer Direktleitung zu Liebherr, sind mit ihrem ERP-System vernetzt und sie schicken DXF-Dateien unmittelbar aus ihrem IT-System an unseres. Jetzt kann jedes nur vorstellbare Blechteil, welches sich in einem Mobilkran befindet, hier produziert werden.”
Mit der im August 2008 installierten Impuls 12530 von LVD kann die Firma Schuhmacher Teile laserschneiden, welche Liebherr nur durch Brennschneiden oder Plasmaschneiden fertigen kann, ohne die Schnittqualität und Genauigkeit eines Lasers erreichen zu können. Bei Komponenten der Achsabstützung zum Beispiel besteht die Notwendigkeit, präzise Löcher für Stützbolzen zu erstellen. Die Maschinen von Liebherr verfügen nicht über die Exaktheit, um dieses auszuführen und so müssen die Löcher nach dem Plasmaschneiden auf einer Fräsmaschine ausgebohrt werden. Durch die Verwendung des LVD-Lasers ist die Schnittqualität so gut, dass die Bolzen ohne einen weiteren maschinellen Arbeitsgang passen, was einen effizienteren und wirtschaftlicheren Arbeitsablauf ergibt.
“Die Bandbreite der Teile, die wir auf dem LVD-Laser herstellen können, erlaubt uns sehr flexibel zu sein und Teile mit größeren Abmessungen in einer höheren Qualität als durch Plasmaschneiden oder Brennschneiden zu fertigen. Dies hat uns auch nahe an Liebherr herangebracht und Chancen auf neue Produkte und Märkte eröffnet”, folgert Herr Schuhmacher.
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